Leistungsschutzrecht, Urheberrecht, UrhG

USA: Affe als Urheber eines „Affen-Selfies“?

Wie heise.de berichtet, wollen die Tierschutzorganisation PETA und die deutsche Wissenschaftlerin Dr. Antje Engelhardt mit einer Klage erreichen, dass in den USA die Urheberschaft eines Affen für ein bekannt gewordenes „Affen-Selfie“ anerkannt wird.

Die Klage des Affen „Naruto“ – unterstützt durch seine „Next Friends“ PETA und Engelhardt – wurde am 21. September 2015 beim District Court des Northern District of California in San Francisco eingereicht (hier abrufbar; Pressemitteilung von PETA hier). Zugleich nimmt Naruto u.a. den Fotografen David John Slater wegen angeblicher Urheberrechtsverletzung in Anspruch. Slater gehört der Fotoapparat, mit dem Naruto das Selbstbild knipste. Er vertreibt dieses und weitere Bilder über einen Verlag.

In Deutschland ist die Rechtslage eindeutig. Um ein urheberrechtlich geschütztes Werk zu erschaffen und entsprechende Rechte daraus ableiten zu können, bedarf es einer „persönlichen geistigen Schöpfung“. Jedenfalls bisher ist es unumstritten gewesen, dass Tiere eine solche Schöpfung nicht erbringen können, weil sie keine Menschen sind (vgl. z.B. Dreier/Schulze, Urheberrechtsgesetz, 5. Aufl. 2015, § 2 Rn. 10). Gleiches dürfte auch für das verwandte Schutzrecht für Lichtbilder (§ 72 UrhG) gelten.

Das U.S. Copyright Office sieht die US-amerikanische Rechtslage zumindest mit Blick auf die – für die Verleihung von Urheberrechtsschutz nicht erforderliche – Registrierung von Werken genauso und erklärt, dass Fotos von Affen mangels menschlicher Autorschaft nicht registriert werden könnten (siehe das Kompendium „Copyrightable Authorship: What can be registered„, § 313.2). Ob das Gericht in den USA anders entscheiden wird, bleibt abzuwarten. Unabhängig davon: Das Lächeln von Naruto ist fotogen.

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